Psycho-Neuro-Immunologie - Warum medizinisch gesehen Körper und Seele eine Einheit sind
- Dr. med. Diana Preisler-Adibelli

- 10. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Das faszinierende neue Forschungsfeld der Psycho-Neuro-Immunologie hat sehr viel mit chronischen Schmerzen zu tun... Davon möchte ich Ihnen berichten.

Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Interessierte,
vielleicht haben Sie es schon selbst erlebt: In Phasen von starkem Stress fühlen sich die Schmerzen intensiver an, oder eine Erkältung scheint hartnäckiger zu sein. Das ist keine Einbildung, sondern biologische Realität.
Die Wissenschaft, die diese Brücke zwischen unseren Gedanken, den Nerven und dem Immunsystem schlägt, nennt sich Psycho-Neuro-Immunologie (PNI).
Heute möchten ich Ihnen erklären, warum dieses Wissen ein mächtiger Schlüssel für Ihre Schmerztherapie sein kann.
Was ist PNI eigentlich?
Früher dachte man, das Immunsystem arbeite wie eine autarke Gesundheitspolizei, getrennt vom Gehirn. Heute wissen wir: Ihr Gehirn, Ihr Nervensystem und Ihr Immunsystem sprechen ständig miteinander.
Psycho: Ihre Emotionen, Gedanken und Gefühle.
Neuro: Ihr Nervensystem (Botenstoffe wie Adrenalin oder Serotonin).
Immunologie: Ihre Abwehrzellen und Entzündungssystem.
Diese drei Systeme nutzen dieselbe "Sprache". Das bedeutet: Stresshormone können direkt die Aktivität Ihrer Immunzellen beeinflussen, und Immunzellen können wiederum Signale an das Gehirn senden, die Ihre Schmerzwahrnehmung verstärken.
Der Teufelskreis: Wenn Stress die Entzündung befeuert
Bei chronischen Schmerzen ist das Nervensystem oft in einem Zustand erhöhter Alarmbereitschaft. Dieser dauerhafte Stress signalisiert dem Immunsystem: "Gefahr!" Die Folge ist oft eine sogenannte stille Entzündung (Silent Inflammation)... "Still", weil die Entzündungswerte im Labor oft nicht als positiv nachgewiesen werden können.
Diese Entzündungsstoffe machen die Schmerzrezeptoren noch empfindlicher und ein Kreislauf entsteht. Die gute Nachricht? Diesen Kreislauf können wir an verschiedenen Stellen unterbrechen.
Was Sie selbst tun können: Drei PNI-Strategien
Die PNI zeigt uns, dass wir nicht "nur" auf Medikamente angewiesen sind. Sie haben über Ihr Verhalten direkten Einfluss auf Ihre innere Biochemie:
1. Positive Stressregulation:
Entspannungstechniken wie Meditation oder Atemübungen (wie ich in meinem letzten Newsletter erklärt habe) senken den Cortisolspiegel. Das gibt Ihrem Immunsystem das Signal, die "Entzündungs-Fackeln" zu löschen.
2. Bewegung als "Apotheke":
Moderate Bewegung schüttet Myokine aus... das sind Botenstoffe aus dem Muskel, die Entzündungen entgegenwirken und die Stimmung aufhellen.
3. Die Kraft der Erwartung:
Unsere innere Einstellung beeinflusst die Ausschüttung von Endorphinen (körpereigene Schmerzmittel). Aufmerksamkeitslenkung und Vertrauen in die Therapie ist kein "Nice-to-have", sondern ein biologischer Wirkfaktor.
Ein neuer Blick auf den Schmerz
Chronischer Schmerz ist kein Zeichen dafür, dass Ihr Körper "kaputt" ist, sondern oft ein Zeichen eines Systems, das aus dem Gleichgewicht geraten ist. Die Psycho-Neuro-Immunologie macht Mut, weil sie zeigt: Jeder Schritt zu mehr Wohlbefinden, besserem Schlaf oder positiven sozialen Kontakten ist gleichzeitig eine biologische Schmerztherapie.
Ich begleite Sie gerne dabei, diese inneren Heilkräfte Schritt für Schritt zu aktivieren.
Herzliche Grüße
Ihre Diana Preisler-Adibelli
PS: Kurzer Check für den Alltag
Habe ich heute schon bewusst tief durchgeatmet?
Gab es einen Moment der Freude (Lachen senkt Entzündungswerte!)?
Habe ich meinen Körper heute freundlich bewegt?




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