Ein "Reset-Knopf" für schmerzhafte Anspannung
- Dr. med. Diana Preisler-Adibelli

- 19. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Nach einem Update zu meinen Meilensteinen in den vergangenen Wochen erkläre ich Ihnen eine Atemtechnik zur Vagus-Aktivierung... Eine wichtiges Tool für Ihren Schmerz-Werkzeugkoffer.

Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Interessierte,
in den letzten Monaten war es hier etwas stiller… aber nur im Posteingang, nicht in der Praxis! Ich war viel für Sie unterwegs, um die Schmerztherapie in unserer Region weiter zu stärken und mein Wissen zu vertiefen.
Meilensteine & Engagement
Wer mir auf Instagram oder Facebook folgt, kennt meine turbulenten letzten Wochen. Von der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) wurde ich geprüft und zur DGS- Algesiologin anerkannt. Einige Zeit später wurde nach Überprüfung aller Qualitätskriterien auch meine Praxis akkreditiert als DGS-Regionalzentrum Hameln.
Neben der offiziellen Übernahme meines KV-Sitzes, die die langfristige Versorgung in der Praxis für Hameln sichert, habe ich kürzlich auch noch die Prüfung zur Zusatzbezeichnung Akupunktur vor der Landesärztekammer Niedersachsen bestanden.
Zudem durfte ich Anfang April vor dem Ärzteverein in einem Nachbarort einen Fachvortrag zu einem Thema halten, das viele Patienten im Stillen belastet: die
Opioid-induzierte Obstipation (OIC). Werden starke Schmerzmittel eingenommen, ist die Darmträgheit eine häufige Nebenwirkung. Mir ist es wichtig, dass wir hier in der Praxis offen darüber sprechen, denn es gibt moderne Ansätze, diese Nebenwirkungen zu lindern, ohne die Schmerztherapie zu gefährden. Sprechen Sie mich bei Ihrem nächsten Besuch gerne darauf an!
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Fokus: Warum die 4-7-8-Atmung biologisch wirkt
Ich möchte Ihnen heute eine Atemtechnik ans Herz legen, die simpel klingt, aber eine starke neurobiologische Basis hat. Ich selbst habe diese während meiner Weiterbildungszeit in der stationären multimodalen Schmerztherapie von unserer QiGong-Lehrerin erlernt.
Die Übung:
4 Sekunden durch die Nase einatmen.
7 Sekunden den Atem halten.
8 Sekunden durch den Mund (mit einem Rauschen) ausatmen.
Was passiert dabei in Ihrem Körper?
Chronischer Schmerz versetzt den Körper in einen "Dauerstress-Modus" und umgekehrt kann chronischer Stress in Schmerzen durch Verspannung resultieren... ein Teufelskreis! Das sympathische Nervensystem (Flucht-oder-Kampf-Reaktion) ist überaktiv und führt zu Anspannung… gedanklich und körperlich. Sie können dies spüren, wenn durch Spannung in der Schulter-Nacken-Muskulatur die Schultern etwas hochgezogen sind und Sie flacher atmen.
Der Vagus-Reiz: Durch die extrem verlängerte Ausatemphase (8 Sekunden) in der 4-7-8-Atmung stimulieren wir gezielt den Vagusnerv. Er ist der Hauptakteur unseres Parasympathikus' - also der Teil des Nervensystems, der für Ruhe, Genuss und Entspannung zuständig ist.
Herzfrequenzvariabilität: Das Anhalten des Atems und die Rhythmisierung führen dazu, dass sich der Herzschlag mit der Atmung synchronisiert. Das signalisiert dem Gehirn: Entwarnung, Sicherheit.
Schmerzdämpfung: Ein beruhigtes Nervensystem senkt die Sensibilität der Schmerzrezeptoren. Schmerz wird dann oft nicht mehr als so "grell", "laut" und bedrohlich wahrgenommen und kann auf diese Weise in den Hintergrund treten.
Meine Empfehlung?
Üben Sie dies mindestens zweimal täglich für jeweils vier bis sechs Wiederholungen, und zwar auch in Zeiten, wenn Sie weitestgehend entspannt sind. Es ist wie ein "Reset-Knopf" für Ihr inneres Alarmsystem… tägliches Training führt dazu, dass diese Atemübung Sie um so schneller und leichter in eine Entspannungssituation versetzt, sobald Sie diese für sich anwenden.
Auch zum relaxten Einschlafen ist diese Übung hervorragend geeignet.
Ich freue mich darauf, Sie bald wiederzusehen und gemeinsam an Ihrer Lebensqualität zu arbeiten.
Herzliche Grüße
Ihre Diana Preisler-Adibelli


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