Ziele mit Leichtigkeit erreichen
- Dr. med. Diana Preisler-Adibelli

- 17. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Mit diesem Blogbeitrag möchte ich Sie dabei unterstützen, Ihre guten Vorsätze und Ziele für 2026 so zu formulieren, dass Ihr Unterbewusstsein mit im Boot ist.

Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Interessierte,
die ersten Wochen des neuen Jahres fühlen sich oft wie ein Neustart an. Überall ist von Optimierung, Disziplin und großen Veränderungen die Rede. Doch wer mit chronischen Schmerzen lebt, weiß:
Druck ist kein guter Ratgeber!
Im Gegenteil: Zu hohe Erwartungen führen häufig zu innerer Anspannung, die das Schmerzempfinden eher verstärkt als lindert.
Ich möchte Sie in diesem Jahr dazu einladen, das Thema Vorsätze einmal ganz anders anzugehen. Weg vom Müssen und Vermeiden, hin zu einer Strategie, die Ihr Gehirn und Ihren Körper sanft mitnimmt.
Das POSITIV-Modell
Bei Ihnen bröckeln bereits die guten Vorsätze? Vielleicht liegt es auch daran, wie Sie dieses Ziel gewählt und formuliert haben... Um Ihre Ziele motivierend und realistisch zu gestalten, nutzen wir ein bewährtes Werkzeug aus der Psychologie, genauer gesagt aus dem Bereich des Neurolinguistischen Programmierens (NLP). Diese Methode hilft, Ziele so zu formulieren, dass unser Unterbewusstsein sie leichter annehmen und Schritt für Schritt umsetzen kann.
So können Sie das Modell mit dem Akronym POSITIV ganz praktisch in Ihrem Alltag anwenden:
P = Positiv formuliert
Unser Unterbewusstsein hat es schwer mit Verneinungen (;oD Denken Sie jetzt bloß nicht an einen blauen Apfel). Formulieren Sie daher, was Sie erreichen möchten, wo Sie hin möchten, nicht aber was Sie vermeiden wollen... Also Hin-Zu-Ziele anstatt Weg-Von-Ziele wählen.
Zum Beispiel:
Statt "Ich will nicht mehr so steif sein" besser "Ich möchte mich morgens leichter und beweglicher fühlen".
Statt "Ich will nicht immer so erschöpft sein" besser "Ich möchte meine Energie besser über den Tag einteilen".
Statt "Ich will weniger Schmerzen haben" besser "Ich möchte mich im Alltag wieder sicherer und stabiler bewegen".
O = Ohne fremde Hilfe erreichbar
Vieles, das wir uns wünschen, liegt überhaupt nicht in unserer Hand. Konzentrieren Sie sich bei der Auswahl geeigneter Ziele auf Dinge, die Sie selbst beeinflussen können.
Zum Beispiel:
> zehn Minuten Wärmeanwendung für Nacken oder Rücken
> bewusst zwei kurze Bewegungspausen einlegen
> eine kleine Atemübung vor dem Schlafengehen machen
> einen Termin für Physiotherapie, Wassergymnastik oder Yoga vereinbaren
S = Spezifisch
Je genauer formuliert ein Ziel ist, desto leichter setzt das Gehirn es um. Gehen Sie daher richtig tief ins Detail bei der Auswahl.
Zum Beispiel:
Statt "Ich gehe mehr spazieren" besser "Ich gehe montags, mittwochs und freitags nach dem Mittagessen fünfzehn Minuten spazieren."
Satt "Ich fange mit Stretching an" besser "Ich mache jeden Morgen nach dem Zähneputzen drei sanfte Dehnübungen für den Nacken."
Statt "Ich nutze häufiger die Entspannungsmethoden" besser "Ich lege mich jeden Abend um 21:30 Uhr für zehn Minuten auf die Akupressurmatte."
I = In allen Einzelheiten vorstellen
Stellen Sie sich Ihr Ziel so lebendig wie möglich vor. Imaginieren Sie vor Ihrem inneren Auge, wie es Ihnen geht, wenn Sie Ihr Ziel erreichen, und freuen Sie sich daran. Eine Fantasie oder Vision beflügelt Sie auf Ihrem Weg.
Zum Beispiel:
> wie Sie leichter aus dem Bett aufstehen
> wie Sie die Treppe sicherer und mit weniger Pause hochgehen
> wie Sie länger am Tisch sitzen können, ohne ständig die Position wechseln zu müssen
Spüren Sie in der Vorstellung, wie sich Ihr Körper dabei anfühlt. Diese inneren Bilder helfen dem Gehirn, neue positive Verknüpfungen zu bilden.
T = Terminierbar
Setzen Sie sich einen überschaubaren Zeitrahmen zur Erreichung Ihres Ziels. Vielleicht tragen Sie sich Slots hierfür im Kalender ein oder Haken die Umsetzung ab in einer App (z.B. HabitNow o.ä.), damit Sie gar nicht erst anfangen, mit sich selbst zu diskutieren.
Zum Beispiel:
"In den nächsten zwei Wochen mache ich meine Übungen an mindestens acht Tagen."
"Ab kommender Woche baue ich jeden Tag eine kurze Entspannungsübung ein."
"Bis zum Ende des Monats habe ich eine feste kleine Morgenroutine etabliert."
I = Individuell angemessen
Ihr Ziel sollte definitiv zu Ihrem aktuellen Zustand passen. Standen die Walking-Stöcke drei Jahre im Keller, werden Sie sicherlich nicht sofort 60 Minuten am Stück walken können, auch wenn das früher ging. An schwierigen Tagen dürfen die Ziele sehr klein sein, denn auch kleine Schritte sind Fortschritte.
Zum Beispiel:
"Heute trinke ich bewusst zwei Liter Wasser."
"Heute gönne ich mir drei geplante Ruhepausen von 15 min."
"Heute gehe ich einmal kurz um den Block, auch wenn es langsam ist."
"Heute starte ich mit 10 Minuten Yoga."
V = Verifizierbar
Überlegen Sie, woran Sie merken werden, dass es besser wird. Gibt es konkrete Beweise oder Anzeichen, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben?
Zum Beispiel:
> Sie können die Socken im Stehen anziehen
> Sie kommen mit nur einer Pause durch den Supermarkt
> Sie haben Ihren Bauchumfang um 7 cm reduziert
> Sie schlafen ruhiger und schneller ein als noch einige Wochen zuvor
Mit dem POSITIV-Modell können Sie sich nun einen klaren Kompass für 2026 erstellen: kleine, realistische Schritte, die Sie selbst gestalten, positiv formulieren und überprüfen können... für mehr Leichtigkeit bei der Umsetzung.
Welches POSITIV-Ziel möchten Sie sich heute schenken?
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EXKURS
Die Kraft der Bitterstoffe: Mehr als nur Verdauungshilfe
Wussten Sie, dass unsere moderne Ernährung kaum noch Bitterstoffe enthält? In Züchtung und Verarbeitung werden diese absichtlich reduziert, um den Verkauf zu steigern. Dabei unterstützen sie die Verdauung, entlasten die Leber und können helfen, das allgemeine Entzündungsniveau im Körper günstig zu beeinflussen.
So können Sie Bitterstoffe einfach in Ihren Alltag einbauen:
Kleine Bitter-Vorspeise
Ein paar Blätter Rucola, Chicorée oder eine halbe Grapefruit vor der Mahlzeit regen die Verdauung an.
️Kräuter im Alltag
Kochen Sie häufiger mit Beifuß, Estragon, Rosmarin oder Salbei. Auch Ingwer im Tee ist eine gute Unterstützung.
️Mehr Gemüsevielfalt
Bedenken Sie zum Beispiel auch Rosenkohl, Artischocke, Endivie oder Radicchio... gerne mild gedünstet.
️Alkoholfreie Bitter-Extrakte
Ein Sprühstoß oder ein paar Tropfen vor dem Essen sowie bei Heißhunger auf Süßes sind besonders praktisch für unterwegs.
(Ab dem Eintritt in die Wechseljahre bevorzugen Sie bitte Bittermischungen ohne Wermut, denn dieser könnte Unruhe, Hitzewallungen, Magenreizungen und Schlafstörungen verstärken. Wenn Sie unter bekannten Gallensteinen leiden, verwenden Sie bitte keine hochkonzentrierte Bittertropfen.)
Diese kleinen Veränderungen sind ein sanfter Weg, Ihrem Körper etwas Gutes zu tun, ohne Diätstress.
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Lassen Sie uns 2026 nicht in großen Sprüngen, sondern in achtsamen, machbaren Schritten gehen. Gerade bei chronischen Schmerzen ist Beständigkeit wichtiger als Intensität. Jeder noch so kleine Schritt zählt!
Ich freue mich darauf, Sie auch in diesem Jahr medizinisch und menschlich auf Ihrem Weg zu begleiten.
Herzliche Grüße
Ihre Diana Preisler-Adibelli




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